Zuneigung im Salon

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Zwei Tulpenbilder von Grit Broschke sprechen für sich: Das Leben ist Frühling – der Frühling ist vergänglich wie die Jugend – eine Verbeugung zeigt Zuneigung, Respekt und Achtung – nehmen wir uns ein Beispiel an der Natur? Trotz Zerbrechlichkeit – verbeugen wir uns nicht nur im Sturm, trotzen wir dem täglichen Druck und wenden uns dem tickenden Leben zu?

düstere Gedanken

 DAS BILD MUSSTE LEIDER GELÖSCHT WERDEN

Nacht, wie bist du lang und bange,

wenn sich auf den müden Mann nicht mit dem Schatten auch der Schlummer und der Traum herniedersenkt.

Rastlos graben die Gedanken in dem Schutte des vergangnen alten Lebens – Trümmer wühlen sie hervor,

doch nirgends fröhlich haftet drauf der Blick,

er schaut nur dunkle, trübgespent´ge Bilder,

ihnen fehlt des Tages Sonnenlicht.

Unerquickt dann in die Ferne schweift der Geist dess´, dem der Schlaf fehlt,

schmiedet Pläne, faßt Entschlüsse, baut sich stolze, luft´ge Schlösser,

doch wie Fledermäus´und Eulen schwirrt um sie der Schwarm der Zweifel

und verscheucht ihm Mut und Hoffnung.

Joseph Victor von Scheffel (1826 – 1886), deutscher Schriftsteller, Romanautor, Kommerslieder

Quelle: »Der Trompeter von Säckingen«, 1854

Conny Niehoff–Sand bis zum Erdrand

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Meerwassergeruch

Ein Blau aus fliehenden Wäldern
Sengend, nachtheiß.
In hohler Weite schneidend weiß.
Sand bis zum Erdrand.
Wolkenschatten in schwarzbleichem Zug,
Stumme Geier in lohendem Flug,
Röchelnde Stille.
Gelb zücken die Lüfte.
Fern Donner
Blutet schwarzrot
Durch eisige Klüfte.

Max Dauthendey

Quelle

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Conny Niehoff

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Der Einsame                    

Verhasst ist mir das Folgen und das Führen.

Gehorchen? Nein! Und aber nein – Regieren!

Wer sich nicht schrecklich ist, macht niemand Schrecken:

Und nur wer Schrecken macht, kann andre führen.

Verhasst ist mir´s schon, selber mich zu führen!

Ich liebe es, gleich Wald- und Meerestieren,

mich für ein gutes Weilchen zu verlieren,

in holder Irrnis grüblerisch zu hocken,

von ferne her mich endlich heim zu locken,

mich selber zu mir selber – zu verführen.

Friedrich Nietzsche   

die Leere und das gezeichnete Ich

DSCN0219DSCN0220Gemälde von Conny Niehoff

Gottfried Benn

Nur zwei Dinge

Durch so viele Formen geschritten,
durch Ich und Wir und Du,
doch alles blieb erlitten
durch die ewige Frage: wozu?

Das ist eine Kinderfrage.
Dir wurde erst spät bewußt,
es gibt nur eines: ertrage
- ob Sinn, ob Sucht, ob Sage-
dein fernbestimmtes: Du mußt.

Ob Rosen, ob Schnee, ob Meere,
was alles erblühte, verblich,
es gibt nur zwei Dinge:

die Leere und das gezeichnete Ich.

Heute gehängt–morgen bewundert

Heute hat Conny in Begleitung von Susanne Ihre Bilder gebracht. Ruck, zuck war alles aufgehängt und die Kunden können ab morgen wieder die Kunstwerke für eine Weile genießen. Wer nicht in den Salon kommen kann, hat hier im Netz natürlich auch die Möglichkeit der Bewunderung.

Mit lockerer Hand wurden die Bilder gemalt, in Farben die der irdenen Natur entspringen und deutlich spricht die Leuchtkraft von Himmelblau, Wassergrün, Lichtweiß und Feuerrot zu uns.

Wer die Nacht sucht, wird sie finden, wie das Leben und die  Einsamkeit. Über Felder laufen, das Meer schmecken und in den Himmel greifen, danach kann man wieder die Menschheit umarmen.

Gönnen Sie sich die Ausstellung – schöne Aussichten.

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