düstere Gedanken

 DAS BILD MUSSTE LEIDER GELÖSCHT WERDEN

Nacht, wie bist du lang und bange,

wenn sich auf den müden Mann nicht mit dem Schatten auch der Schlummer und der Traum herniedersenkt.

Rastlos graben die Gedanken in dem Schutte des vergangnen alten Lebens – Trümmer wühlen sie hervor,

doch nirgends fröhlich haftet drauf der Blick,

er schaut nur dunkle, trübgespent´ge Bilder,

ihnen fehlt des Tages Sonnenlicht.

Unerquickt dann in die Ferne schweift der Geist dess´, dem der Schlaf fehlt,

schmiedet Pläne, faßt Entschlüsse, baut sich stolze, luft´ge Schlösser,

doch wie Fledermäus´und Eulen schwirrt um sie der Schwarm der Zweifel

und verscheucht ihm Mut und Hoffnung.

Joseph Victor von Scheffel (1826 – 1886), deutscher Schriftsteller, Romanautor, Kommerslieder

Quelle: »Der Trompeter von Säckingen«, 1854

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s